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FRIEDHÖFE

Friedhofsordnung

Wichtiger Hinweis zur Anmeldung der Bestattung durch Bestattungspflichtigen

Die Ev. Kirchengemeinde Trebbin – Friedhofsverwaltung gibt den Bürgern der Stadt Trebbin und den angeschlossenen Ortsteilen bekannt, dass in Bestattungsfällen (Erd- oder Urnenbestattungen), welche auf den beiden Friedhöfen zu Trebbin stattfinden sollen, es sich unbedingt erforderlich macht, persönlich die Friedhofsverwaltung vor der Bestattung (Anmeldung der Bestattung durch Bestattungspflichtigen) aufzusuchen. Hierbei ist es nicht relevant, ob schon eine Grabstätte besteht oder nicht.

Durch den Bestatter kann zwar vorab die Anmeldung einer Bestattung an die Friedhofsverwaltung erfolgen, in welcher der Termin der Beisetzung festgelegt wird, aber letztendlich ist der Angehörige sprich Bestattungspflichtige verpflichtet, sich persönlich bei der Friedhofsverwaltung des Friedhofsträgers zu melden, um alle notwendigen Angelegenheiten an der Grabstätte und zur Beisetzung zu klären. Dies trifft auch auf die Urnengemeinschafts-Grabstätte zu.

 

Die Friedhöfe in Trebbin

Die Trebbiner Friedhöfe werden durch die evangelische Kirchengemeinde betreut. Dabei sind diese beiden heute noch genutzten Gottesäcker eigentlich Nummer 2 und 5 in der Geschichte der Stadt.

 

Der erste Friedhof

 

Der erste Friedhof befand sich um die St.-Marien-Kirche. Bei Straßenbauarbeiten oder beim Häuserbau wurden auch in jüngster Zeit noch Gebeine aus jener Zeit gefunden.

 

Spätestens ab Ende des 18. Jahrhunderts sind keine Bestattungen mehr an der Kirche vorgenommen worden. Im 2. Teil, 11. Titel § 184 des Allgemeinen Landrechts für die preußischen Staaten von 1794 wurde festgelegt, dass innerhalb bewohnter Gegenden keine Leichen beerdigt werden durften. Viele Friedhöfe sind verlegt worden nach außerhalb der Städte und Dörfer, die Bezeichnung „Kirchhof“ für die Begräbnisstätte rund um das Kirchengebäude ist auf diese neuen Bestattungsorte übergegangen.

 

Der untere Friedhof

 

Der zweite Friedhof in Trebbin wird im Volksmund „unterer Friedhof“ genannt. Er befindet sich direkt neben dem Henriettenstift. Auf dem unteren Friedhof befindet sich die St.-Annen-Kapelle. Die älteste erhaltene Grabstätte hat als Sterbedatum 1869 vermerkt. Sie befindet sich auf einem der ehemaligen Erbbegräbnisstätten an der Kirchhofmauer. Jedoch hat der Begräbnisort eine lange Geschichte. Bereits in früheren Jahrhunderten wurden vor den Mauern der Stadt die Pesttoten beigesetzt, die möglicherweise auch im Annenhospital behandelt wurden, welches sich früher auf dem Gelände des Friedhofs befand. So wird dieser Kirchhof schon seit dem 15. Jahrhundert genutzt. Von 1791-1855 erfolgte eine erste Erweiterung in Folge der Schließung der Begräbnisstätte um die Kirche. Eine weitere Vergrößerung fand von 1860-1887 statt.

 

Der Friedhof ist auf der nördlichen, südlichen und teilweise westlichen Seite mit einer Mauer eingefasst, an der sich früher Familiengrabstellen bzw. Erbbegräbnisse befanden. Viele bekannte Namen von Trebbiner Gärtner-, Handwerks- und Kaufmannsfamilien zieren die Tafeln der Mauer. Im hinteren Teil des Kirchhofs ist eine frühere Leichenhalle, die heute als Lager genutzt wird.

 

Auf der linken Seite, vom Haupteingang am Berliner Tor kommend, befindet sich die Kriegsgräberstätte für Gefallene des 1. Weltkriegs. Eine Gedenkstätte für die Gefallenen des 2. Weltkriegs wurde an einer ehemaligen Erbbegräbnisstätte unweit der Kriegsgräber errichtet. Am Volkstrauertag findet nach dem Gottesdienst eine Kranzniederlegung dort statt.

 

In früheren Jahren waren die Grabstellen in Ost-West-Richtung angelegt, so dass die Verstorbenen der aufgehenden Sonne entgegen blickten. Diese alte Symbolik ist zugunsten der beidseitig von einem Weg angelegten Gräber aufgegeben worden.

 

Auch moderne Bestattungsformen haben im Laufe der Zeit Einzug auf dem Friedhof gehalten. So existieren im südlichen Bereich ein Urnenhain und eine anonyme Urnengemeinschaftsstätte. Auf der nördlichen Seite wechseln sich Reihen mit Urnengräbern und Reihen mit Wahlgrabstellen ab. In jüngster Zeit ist zusätzlich die Möglichkeit geschaffen worden, an der Kirchhofmauer eine Urnenstelle auf einer bereits angelegten und gepflegten Gemeinschaftsstätte zu erhalten.

 

Der dritte Friedhof

 

Der dritte Friedhof befand sich auf dem Hügel unweit des ehemaligen Wasserturms in der Bergstraße, der heute Weinberg heißt. Sowohl ein Teil des Stadtparks wie auch die Fläche rund um das Trebbiner Kinderheim wurde für die Bestattungen genutzt. Im Schmettauschen Kartenwerk, welches 1767-1787 erstellt wurde, ist dieser Friedhof noch nicht aufgeführt, jedoch in den Messtischblättern (topographische Karte im Maßstab 1:25.000) des Deutschen Reichs von 1901-1945 ist er grafisch dargestellt.

 

Lediglich die Kapelle für den in Trebbin bekannten Kaufmann Carl Friedrich Gustav Ebel existiert noch. Carl Friedrich Gustav Ebel war der Sohn von Johann Friedrich Ebel, der 1813 in einem Durcheinander nach der Schlacht bei Großbeeren eine gut gefüllte französische Kriegskasse erbeutete. Der Sohn hat mit einer Stiftung und der Errichtung des Henriettenstifts als Kinder-Bewahranstalt die Stadt wohltätig bedacht.

 

Nachdem Ebel am 20.09.1892 verstarb, ruhten lange Zeit die Gebeine in der Familiengruft auf diesem Friedhof. Die Begräbnisstätte wurde Anfang des 20. Jahrhunderts geschlossen und die Ebelkapelle ist als letztes Relikt erhalten geblieben. Über diesen Friedhof gibt es keine weiteren Aufzeichnungen.

 

Der vierte Friedhof

 

Der vierte Friedhof ist die kleinste, aber bis heute noch existierende Begräbnisstätte. Es handelt sich um den jüdischen Friedhof in der Bergstraße. Angelegt wurde der Friedhof von mehreren Familien 1816. Der Friedhof ist nicht öffentlich zugänglich, wird aber als historische Stätte in Trebbin gepflegt.

 

Der obere Friedhof

 

Der fünfte Friedhof in Trebbin ist der „obere Friedhof“. Er befindet sich auf dem Weinberg unweit des nördlichen Ortsausgangs und ist der jüngste Begräbnisort. Der obere Friedhof hat keine eigene Trauerhalle. Wahrscheinlich hat der obere Friedhof den ebenfalls auf dem Weinberg liegenden dritten Friedhof ersetzt. Aus den Kirchenbüchern ist zu entnehmen, dass er 1860-1887 angelegt wurde. Die erste Beisetzung fand Mitte 1887 statt. Die älteste erhaltene Grabstätte hat als Sterbedatum 1896 vermerkt. Sie befindet sich auf einem der ehemaligen Erbbegräbnisstätten an der Kirchhofmauer. Ab 1897 finden regelmäßig auf diesem Friedhof Beisetzungen statt.

 

Der Friedhof ist fast vollständig mit einer Mauer eingefasst, an der sich früher Familiengrabstellen bzw. Erbbegräbnisse befanden. Wie auf dem unteren Friedhof, zieren auch hier bekannte Namen von Trebbiner Gärtner-, Handwerks- und Kaufmannsfamilien die Tafeln der Mauer. Dabei sind die Grabstätten an der nördlichen Wand deutlich prachtvoller und größer als die schlichten kleinen Erbbegräbnisstellen an der südlichen und östlichen Wand.

 

Die vier Grabfelder des oberen Friedhofs sind rechteckig unterteilt und von Gittergrabstellen systematisch durchzogen. In diesen Gitterstellen waren früher bekannte Trebbiner Familien beigesetzt worden, wie an der Kirchhofmauer. Die breiten Wege sind als Alleen ausgeführt, es gibt zwei Zugänge. Eine Lücke in der Nordwand war für eine zukünftige Erweiterung bereits vorgesehen.

 

Auf der rechten Seite, vom Haupteingang am Berliner Tor kommend, ist heute ein Urnenhain angelegt, früher befanden sich dort Kindergräber. Der Friedhof fällt terrassenförmig in Richtung Weinberg zum zweiten Eingang ab. Reihengräber sind im südöstlichen Grabfeld angesiedelt.

 

Auch auf dem oberen Friedhof sind verschiedene Bestattungsformen möglich. Er soll, nach Willen des Gemeindekirchenrats, parkähnlich gestaltet werden mit Ruhepunkten zum Reden, Krafttanken, Nachdenken und Beten. 

Die evangelische Kirchengemeinde als Träger hat viele Ideen, um den immer stärker werdenden Wunsch nach individueller Bestattung zu erfüllen. In vielen Arbeitseinsätzen mit ehrenamtlichen Helfern wird der Friedhofsgärtner bei der Pflege und Gestaltung der beiden nunmehr genutzten Kirchhöfe unterstützt. Dabei sollen markante Gräber und Gestaltungselemente erhalten bleiben und mit Neuem ergänzt werden.

 

Historische Bilder der Trebbiner Friedhöfe sind in der Evangelischen Kirchengemeinde willkommen. Wir freuen uns, wenn Sie bei der Konservierung von Altem und Bekanntem mit Photoaufnahmen uns unterstützen. Wenden Sie sich gerne an unsere Friedhofsverwaltung.